Jura-Gebirge: hier ticken die Uhren richtig

Im Nordwesten der Schweiz erstreckt sich das Jura-Gebirge. Für viele Wanderer ist das der perfekte Ort, um zur Ruhe zu kommen und die Natur zu genießen. Und doch – diese abgeschiedene Gegend ist die Heimat einer weltberühmten Industrie – von Schweizer Uhren.

Dünne Goldbeschichtungen

Der karge Jura-Boden und das raue Klima des Gebirges machten es den Menschen nicht einfach, Landwirtschaft zu betreiben. Und so suchten viele Bauern in den langen Wintermonaten nach anderen Wegen, um über die Runden zu kommen. Im 18. Jahrhundert haben die Bauern im kleinen Dorf La Chaux-de-Fonds angefangen, in Heim­arbeit Uhrenteile herzustellen. Die neue Industrie entwickelte sich rasch und zog weitere Arbeiter an – die Stadt wuchs und passte sich den Bedürfnissen der Uhrenmacher an. Am Reißbrett entstand 1794 der neue Stadtplan: Die Straßen wurden breit und sonnig und verliefen in südwestlicher Richtung, um den Arbeitern an den Werkbänken möglichst viel Licht zu spenden. 

Wegen dieser Verschmelzung des Städtebaus und der Uhrenindustrie gehört La Chaux-de-Fonds heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Aus einem kleinen, verschlafenen Dorf sind ­einige der renommiertesten Uhrenhersteller der Welt hervorgegangen, die heute den Markt der Luxus-Uhren dominieren. 

Edler Glanz: vom Zeiger bis zum Armband

Um einer Luxus-Uhr würdig zu sein, muss ein Werk nicht nur sehr präzise gehen, sondern auch hochwertig und edel aussehen. Aus diesem Grund benötigen viele Uhrenkomponenten funktionale und dekorative Beschichtungen.

Deswegen beherbergt das Jura-Gebirge neben Uhrenherstellern viele Galvanikbetriebe. Auch Saulcy Traitement de Surface SA (STS) hat eine ihrer drei Niederlassungen in La Chaux-de Fonds. 2006 gegründet, ist STS seit 10 Jahren ein bevorzugter Partner, wenn es um die hochwertige Beschichtung von Uhrenbestandteilen geht. Mit Galvanisierungen im Gestell- und Schüttgutverfahren hat sich STS einen Namen unter den Herstellern der Uhren gemacht. Um schneller auf Anfragen der Kunden reagieren zu können, hat STS neben La Chaux-de-Fonds auch in zwei weiteren Städten der Uhrenindustrie ihre Niederlassungen: in Le Sentier und in Develier.

Von den Platinen bis zu den Zeigern beschichtet STS die unterschiedlichsten Komponenten der Uhr – entsprechend vielfältig sind die Aufträge. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, muss nicht nur die Galvanik selbst extrem vielseitig sein, sondern auch die Qualitätssicherung. „Bei STS galvanisieren wir Bauteile für die besten Uhrenhersteller der Welt“, so Frédéric Saulcy, der Geschäftsführer von STS: „Entsprechend hoch sind die Qualitätsansprüche. Um die 80 bis 90 verschiedene Messaufgaben zu lösen, die bei uns im immer wieder anfallen, sind die flexiblen Fischer-Geräte die perfekte Lösung.“

 

Bei modernen Uhrwerken zählt nicht nur die Präzision, sondern auch die Ästhetik

Qualitätssicherung: vom Elektrolyt bis zum fertigen Teil

Die größte Herausforderung in der Beschichtung von Uhrenteilen sind die engen Fertigungstoleranzen bei gleichzeitig dünnen Schichten. Vor allem im Uhrwerk müssen die winzigen Teile perfekt ineinandergreifen. Zu dicke Schichten würden hier mehr Reibung erzeugen und die Uhr ungenau werden lassen. 

Gleichzeitig müssen auch die teuren Rohmaterialien wie Gold und Rhodium möglichst effizient eingesetzt werden. Daher verwendet STS häufig Mehrfachbeschichtungen mit einer Gesamtdicke unter einem Mikrometer, z. B. 0,05 µm Rhodium auf 0,1 µm Gold und 0,5 µm Nickel. Der Grundwerkstoff der Teile ist häufig eine Kupferlegierung wie Messing.

Solche anspruchsvollen Beschichtungen prüft STS an allen drei Standorten mit XDAL® 237 Geräten von Fischer. Diese flexiblen Röntgenfluoreszenz-Systeme sind mit Silizium-PIN-­Detektoren ausgestattet und können daher sehr dünne Schichten messen. Neben der guten Auflösung den Dicken kann der PIN-Detektor auch zuverlässig zwischen sehr ähnlichen Elementen unterscheiden. Mithilfe der Software ­WinFTM® differenziert das XDAL 237 zuverlässig das Kupfer-Signal aus dem Grundwerkstoff und das Nickel-Signal aus dem Schichtsystem. 

Mit dem XDAL können dank der automatisierten Serienprüfungen auch große Stichproben mit höchster Präzision analysiert werden

„Die Uhr hat sehr viele kleine Komponenten. Bei Bauteilen wie Ritzeln, verwenden wir gerne das XULM von Fischer“, berichtet Saulcy. Dieses X-RAY-System erlaubt mit Messflecken bis zu 0,05 mm winzige Teile genau zu analysieren. Eine weitere Stärke dieses Gerätes liegt auch in der Badanalyse. Neben den klassischen Funktionen, bietet die WinFTM nämlich auch eine Fundamental-Parameter-Analyse. So kann die Badzusammensetzung standardfrei gemessen werden. „Die Bad­analyse mit dem XULM spart uns viel Zeit, da das Gerät nicht jedes Mal für das neue Bad kalibriert werden muss“, so Saulcy. 


Frédéric Saulcy, CEO von Saulcy Traitement de Surface

 

"Schwei­zer Uhren, Beschich­tungen von STS und Mess­­geräte von Fi­scher – das passt ein­fach, weil jeder best­mög­li­che ­Qualität im Fokus hat."

 

 

 Aus dem Jura in die Welt 

„Mit Hilfe von Fischer haben wir die Qualitätssicherung in unserem Haus so weit verbessert, dass wir sogar Aufträge für Badanalysen von anderen Beschichtern annehmen“, erzählt Saulcy. STS unterhält eins der wichtigsten Labore für die Analyse von galvanischen Bädern in der Schweiz. Neben einer Röntgenfluoreszenz-Messung bietet STS auch die Untersuchung der beschichteten Teile an: mikroskopisch, chemisch und mechanisch.

Die hohen Standards bei der Qualitätssicherung erlauben es aber nicht nur, die bestehenden Prozesse zu optimieren. Bei STS arbeiten sechs Chemie-Ingenieure daran, neue Bäder und Beschichtungen zu entwickeln. So wurden zum Beispiel Beschichtungen wie Ruthenium Noir und die NAC-Behandlung von STS entwickelt. Mit dieser modernen Veredelung der Oberflächen trägt STS zu dem einzigartigen Ruf bei, den die Schweizer Uhren weltweit genießen. 

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