Bestimmung des Silbergehalts von versilberten oder weißgesiedeten Silberlegierungen

Silberwaren werden zur Veredelung oft versilbert oder weißgesiedet. Bei der Versilberung wird eine reine Silberschicht auf eine Silber-Kupfer-Legierung aufgetragen. Dadurch wird ein edler mattweißer Glanz der Waren erreicht. Den gleichen Effekt erhält man durch weißsieden der Silberware. Dabei wird das Kupfer an der Oberfläche chemisch aus der Silber-Kupfer-Legierung entfernt. Durch beide Verfahren entsteht eine Oberfläche mit einem im Vergleich zum Grundmaterial stark erhöhten Silbergehalt, was die Bestimmung des Feingehalts und somit des Werts der Silberware erschwert.

Die sicherste Methode den Silbergehalt zu bestimmen, ist, den Grundwerkstoff direkt zu messen. Dies erreicht man z. B. durch Anschleifen oder Zersägen der Ware. Eine zerstörungsfreie Standard-Analyse mit Röntgenfluoreszenz von versilberten oder weißgesiedeten Silber-Kupfer-Legierungen würde aufgrund des erhöhten Silbergehalts an der Oberfläche einen falschen, zu hohen Silbergehalt ergeben.

Mit einer Messaufgabe, die nach einer Silberschicht auf einer Silber-Kupfer-Legierung sucht, ermöglichen Röntgenfluoreszenz-Messgeräte von Fischer sowohl die Dicke der Silberschicht als auch den Feingehalt des Grundwerkstoffs zerstörungsfrei zu bestimmen. Im Fall von versilberten Gegenständen führt so eine Analyse zu exakten Messergebnissen, da der Silbergehalt in der versilberten Schicht gleichmäßig ist. Im Gegensatz zur Versilberung nimmt beim Weißsieden der Silbergehalt mit zunehmendem Abstand zur Oberfläche stetig ab, wodurch die Messanforderungen noch einmal steigen. Weißgesiedete, Silbermünze und vergrößerte Aufnahme des Querschnitts. Die Münze wurde halbiert, um ein tiefen-abhängiges Profil aufnehmen zu können.Abb. 1: Weißgesiedete, Silbermünze und vergrößerte Aufnahme des Querschnitts. Die Münze wurde halbiert, um ein tiefen-abhängiges Profil aufnehmen zu können.

Bei der in Abbildung 1 dargestellten weißgesiedeten Silbermünze handelt es sich nominell um eine 625er Silberlegierung. Eine einfache Materialanalyse mittels Röntgenfluoreszenz würde allerdings einen Silbergehalt von 85% ergeben, also einen deutlich größeren Wert als den nominellen Silbergehalt. Tiefenabhängiger Silbergehalt einer halbierten Münze. Der nominelle Silbergehalt beträgt 62,5%. Um die ermittelte Silberkonzentration zu verifizieren wurde ein FISCHERSCOPE<sup>®</sup> X-RAY XDV<sup>®</sup>-µ-Gerät verwendetAbb. 2: Tiefenabhängiger Silbergehalt einer halbierten Münze. Der nominelle Silbergehalt beträgt 62,5%. Um die ermittelte Silberkonzentration zu verifizieren wurde ein FISCHERSCOPE® X-RAY XDV®-µ-Gerät verwendet

In Abbildung 2 ist der Silbergehalt gegen den Abstand zur Münzoberfläche aufgetragen. An der Oberfläche erreicht die Silberkonzentration nahezu 100%.

Mit dem FISCHERSCOPE® X-RAY XAN® 220 und der speziell für die Messung von weißgesiedetem Silber erstellten Messaufgabe „Silber auf Silber-Kupfer-Legierung“ erhält man bei der Messung eine Silberkonzentration von 61,4%, was sehr nahe am nominellen Silbergehalt liegt. Um die Messung zu verifizieren, wurde ausnahmsweise die Münze zersägt, so dass im Querschnitt gemessen werden konnte. Dazu wurde ein XDV-µ® mit spezieller Optik und extrem kleinem Messfleck verwendet.

Mit dem FISCHERSCOPE® X-RAY XAN® 220 kann der Feingehalt und die Dicke der Silberschicht von versilberten oder weißgesiedeten Silberwaren zerstörungsfrei und schnell bestimmt werden. Bei weiteren Fragen berät Sie Ihr lokaler Fischer-Ansprechpartner. 

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